Break on through … wie weiter?! Dauerausstellung zur Jugend- und Musikkultur der Region

Nach fast 5 Jahren (geplant waren ursprünglich 6 Monate Laufzeit!) endete die Ausstellung „Break on through to the other side“ im Schlossmuseum Jever mit der DJ-Night am 30. Juni 2012. Das war bis dahin kaum vorstellbar, weil sie trotz einiger technischer Verschleißerscheinungen nicht gealtert oder überholt wirkte, sondern von allen Gästen, die unser Schloss besuchen, bis zum Schluss als etwas ganz Besonderes wahrgenommen wurde! Ohne Zweifel ist diese Ausstrahlung der Ausstellung vor allem auch der Energie zu verdanken, die die vielen Unterstützer und Leihgeber mit ihrem großem Engagement eingebracht haben.

Break on through to the other side - Die Diskothekenausstellung im Schlossmuseum JeverBreak on through to the other side – Die Diskothekenausstellung im Schlossmuseum Jever

Mehr als 300.000 Besucher haben die Ausstellung in den letzten Jahren gesehen, und viele Projekte sind direkt oder indirekt aus ihrem Zusammenhang entstanden. Da waren die erfolgreichen DJ-Nights mit phantastischem Publikum und ihren tollen Atmosphären, das immer noch höchst interessante DJ-Night-Portal von Wilfried Wördemann, da war 2009 die LP-Ausstellung mit dem mittlerweile leider vergriffenen Büchlein, da war das Buch von Hans-Jürgen Klitsch zu den Beatbands zwischen Emden, Wilhelmshaven und Oldenburg, da gab es das Meta-Stück des Wilhelmshavener Stadttheaters mit seinen ausverkauften Spielabenden in ganz Ostfriesland, das anschließende Meta-Feature von N3 und Radio Bremen oder auch seit kurzem den schönen Bildband zu dem Wittmunder DJ und Whiskey-Betreiber Rio de Luca. Und – da existiert so etwas wie ein Geflecht von Leuten in ganz Weser-Ems und darüber hinaus, das aus dem Interesse an der Ausstellung und – eben im Zusammenhang damit – vor allem an den damaligen Läden, der Musik und den Menschen entstanden ist.

Beenden mussten wir die Ausstellung unter anderem auch deshalb, weil es Leihgaben gibt, die z. T. einen großen persönlichen Wert besitzen und dann doch einmal zurück gehen müssen. Es sind dem Schlossmuseum im Zusammenhang mit der Ausstellung aber schon so viele Objekte, Fotos und andere Materialien als Schenkung überlassen worden, dass wir angesichts des immer noch großen Interesses an diesem Thema, aber auch um die Ergebnisse der Forschungen weiterhin präsentieren zu können, letztlich zu der Überlegung gekommen sind, den Aspekt der regionalen Jugend-, Unterhaltungs- und Musikkultur als Teil unserer Dauerausstellung einzurichten. Viele Gespräche mit Leuten auch außerhalb des Museums haben uns in unserem Vorhaben bestätigt. Und es haben sich zudem mehrere Leihgeber bereit erklärt, ihre Sachen als Dauerleihgaben zur Verfügung zu stellen, so dass die meisten der bisher aufgeführten Diskotheken und Musikclubs in Weser-Ems auch weiterhin mehr oder weniger ausführlich präsentiert sein werden. Die Dokumentation und Präsentation dieses Themas in einem kulturgeschichtlichen Museum ist seiner Bedeutung sehr wohl angemessen!

Break on through to the other side - Das Cover des Begleitbandes zur AusstellungBreak on through to the other side – Das Cover des Begleitbandes zur Ausstellung

Die Einrichtung einer solchen Dauerausstellung ist natürlich auch mit der Absicht verbunden, über das bisher dokumentierte hinaus weitere Infos, Objekte, Materialien, Fotos etc. zu den schon genannten, aber auch zu bisher noch nicht näher betrachteten Läden zu sammeln. So wären wir z. B. sehr froh, wenn doch noch weiteres Material zum Old Inn oder zum Fehnhaus zusammen käme, insbesondere auch Fotos u. ä. Und: was wir damals von unserer Kapazität her einfach nicht abdecken konnten, war z. B. das Gebiet der Wesermarsch oder auch die Läden auf den Inseln. Das alles kann im Rahmen der neuen Dauerausstellung über die nächsten Jahre nunmehr weiter angegangen werden, wobei wir weiter um Unterstützung bitten möchten.

Im Augenblick sind wir noch dabei, Leihgaben zurück zu bringen und die neu konzipierte Dauerausstellung zu gestalten. Sie wird vermutlich im März/April eröffnet werden. Infos findet ihr dann auf den Seiten des Schlossmuseums und in den Medien.

Peter Schmerenbeck

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