Bye Bye Musik wie wir sie kennen …

Ganz still und heimlich, aber mit Macht vollzieht sich aktuell jenseits der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ein Trend, der der Musik, wie wir sie kennen, den Garaus machen wird. Wen es nicht diesen Artikel in der TAZ gegeben hätte – Aus Spotify wird Slopify. KI-Musik auf Streamingplattformen – würden wir den besagten Trend vermutlich heute noch nicht zur Gänze erkennen.

Was ist los? Die Streamingplattformen für Musik (als maßgebliche musikalische Vertriebsformen unserer Zeit) – werden derzeit mit mit KI erstellter Musik überschwemmt, die von „echter“ Musik nicht mehr zu unterscheiden ist. Der Streamingdienst Deezer ist der Einzige, der diese Musik kenntlich macht. Darüber hinaus liefert er Zahlen: pro Tag werden – bei Deezer – augenblicklich 60.000 KI-Stücke hochgeladen, das sind 1,5 Millionen Songs pro Monat. Bei den anderen Streamingdiensten wird es ähnlich sein, nur halten diese diese Zahlen geheim.

Was hat das für Folgen? Zunächst einmal erscheinen diese Geister-Songs für die Streamingdienste äußerst lukrativ zu sein, denn hier fällt – da es ja keine Bands, Musikerinnen und Musiker hinter diesen Songs gibt, keine Studios, keine Produzenten, und hier so gut wie keine Kosten anfallen, einzig die Erstellung dieser Musik mag ein paar Euro kosten -, „echte“ Musik mit all ihrem Aufwand natürlich durch das Raster. Wer sollte in Zukunft überhaupt noch ein Studio betreiben, welche Plattenfirma sollte sich mit den Künstlern arrangieren müssen, wenn es auch anders geht. Doch der Wegfall aller derzeit bekannten Produktionsformen von Musik wird der Musik nicht guttun, das ist klar. Selbst die DJs der Zukunft benötigen keine Lizenzen für ihre Musik mehr, kein Urheberrecht muss mehr beachtet werden – sie erstellen ihre Musik einfach zuhause mit den einschlägigen Tools im Internet und das war’s.

Wie funktionieren diese Tools? Ganz einfach – man gibt im Prombt ein: Nimm‘ einen Song oder eine LP der Band X, spiele sie ein wenig langsamer oder schneller ab, emotionalisiere sie, und mische sie dann mit Indegrienzien von Y und Z. Herauskommt dann nicht ein wirrer Soundbrei, wie man vielleicht annehmen könnte, sondern Musik auf allerhöchstem Niveau. Genau: ich kaufe mir keine Musik mehr, warum auch, sondern erstelle mir meine eigene Musik, wie ich sie mag, ganz individuell, ganz ohne Kosten.

Schwarzmalerei? Übertrieben? Für alle diejenigen, die das nicht glauben (und damit die Gefahr nicht sehen), binde ich hier mal ausnahmsweise zwei beispielhafte Videos ein, wie sie tonnenweise bei Youtube zu finden sind (Channel „Dark Chord“ beispielsweise). Das ist Musik, die ich mir normalerweise sofort kaufen bzw. im Konzert ansehen würde, so – im Boomerdeutsch – affengeil und saustark ist sie. Nur stecken gar keine Künstler und keine Plattenfirma mehr hinter dieser Musik – Geister-Musik eben. Bye Bye Musik wie wir sie kennen …

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