Neue Heimat Thüle

Das Sterben der Szene-Diskotheken im Weser-Ems-Gebiet geht weiter. Vor einigen Monaten schloss das Rocktheater in Oldenburg sang- und klanglos seine Pforten – als eine der ganz wenigen noch halbwegs “progressiven” Diskotheken der Region. Die Zeit drängt und die Erinnerungsarbeit wird immer wichtiger.

Auch in der Ausstellung des Schlossmuseums Jever “Break on through to the other side – Tanzschuppen, Musikclubs und Diskotheken in Weser-Ems” werden wichtige Läden nicht oder nicht ausreichend präsentiert, wie immer mal wieder angemerkt wird. Leider ist es richtig, dass einige Gebiete in der Region nicht so intensiv wie gewünscht erfasst werden konnten. Dennoch sind im Laufe der Zeit hunderte Mails und Anrufe eingegangen, die vieles aufklären und erhellen konnten. An den verbleibenden Lücken sollte und muss weiterhin gearbeitet werden …

"Standorte der näher betrachteten Diskotheken in der Weser-Ems-Region.Standorte der näher betrachteten Diskotheken in der Weser-Ems-Region (Ausstellung ‘Break on through to the other side – Tanzschuppen, Musikclubs und Diskotheken in Weser-Ems’). Karte erstellt von Jessica Rabe. Copyright Schlossmuseum Jever

Sonja Grotelüschen schreibt in ihrem Blog “Ebbe und Flut” über die 80er: “Die 80er sind für mich vor allem auch Musik, die in den Diskotheken gespielt wurde … Musik, die damals nicht oder selten im Radio lief. Es gab in den 80ern ( und auch teilweise noch 90ern) noch einige gute Diskotheken hier im Lande … : Das Rockparadise in Lintel, das Rocktheater ( gibt´s nun auch nicht mehr..) , Renaissance und Ede Wolf in Oldenburg, das H9 in Neuenwege, Tunis in Marx bei Friedeburg, die Neue Heimat in Thüle, Charts in Harkebrügge, die Funke-und Soundsfete in Wardenburg … Ausser einigen Revivalfeten ist leider nichts davon geblieben.”

Zumindest das H9 in Neuenwege und die Neue Heimat in Thüle sind Diskotheken, die – wenn ich das richtig sehe – in der Aussstellung überhaupt nicht erwähnt werden. Insbesondere an die Neue Heimat in Thüle habe ich aber durchaus einige Erinnerungen, eine Diskothek im Landkreis Cloppenburg, die mindestens von 1983 bis 1989 bestanden hat und in der ich so manche Nacht bei wirklich guter Musik verbracht habe (manchmal fuhren wir auch weiter ins Charts nach Harkebrügge, wo Wolfgang Schönenberg ebenfalls für außerordentlich gute Musik sorgte).

Viele bekannte DJs von Uwe Müller bis Heiner Olberding haben in der Neuen Heimat gearbeitet, so dass hier zumindest noch Zeitzeugen vorhanden wären.

Gespielt wurde in der Neuen Heimat vor allem Musik aus den 80er Jahren, New Wave, Electronica (Body Music, wie man damals oft sagte), Independent, Reggae, Synthie-Pop, aber auch Evergreens wie Golden Earrings “Radar Love” füllten schnell die Tanzflächen.

Sonja Grotelüschen hat ihrer 80er-Jahre-Beschreibung dankenswerterweise eine ganze Reihe von Youtube-Anspieltipps angehängt, anhand derer man sich überzeugen kann, wie frisch diese Musik klang und oftmals heute noch klingt. Songs wie “Love Like Blood” von Killing Joke katapultieren den Hörer sofort in die “Eighties” zurück, so präsent sind sie noch:

Wilfried

5 Gedanken zu “Neue Heimat Thüle

  1. Hallo,die neue Heimat Thüle hatte einen Raum im 2.stock wo Bands auftraten.
    geschätzt 6 mal 15 Meter und 2,20 m hoch.
    An einem Abend spielten sich hier Jethro Tull & Band mit ihren orientalischen
    Instrumenten in Extase.
    Unbeschreiblich und nicht vergessen.
    schöne Zeit

  2. Hallo zusammen,

    auch ich war einige Male in der “Neuen Heimat” in Thüle. Es war ein angenehmer Laden mit guter Musik. Das habe ich in guter Erinnerung! Kann sich eigentlich noch jemand an das “Fiz Oblun” in Bippen oder die “Rockfabrik” sowie “Lord Nelson” in Lingen erinnern? Auch der gute alte “Hyde Park” in Osnabrück gehörte zu meinen Stammläden. Die “Rockfabrik” in Lingen, die ca. von 1979 bis 1991 existierte war mein zweites Zuhause. Live-Auftritte in den 80ern von “Fehlfarben”, “Cats TV”, “Extrabreit”, “The Nits”, “Die Toten Hosen” waren dort sehr häufig zu sehen und viel weitere gute Musik waren Garanten für einen gelungenen Abend mit guten Freunden.

  3. Huhu und Moin Moin… 😉
    ja es ist zum Heulen… so zwischen ´83 und ´87 fuhr man stets ins Rocktheater, weil es einfach nett war, man auch spät noch was futtern ( eigene Pizza !) konnte, die Musik gut war… oft fuhr man nur aus lauter Gewohnheit dorthin, oder weil einem nichts anderes einfiel…
    Man wußte wohl damals leider nicht zu schätzen, was man an diesen Läden hatte.
    Thüle war noch einen Tacken toller, nur leider für uns immer eine halbe Weltreise…
    Auch die H9 Zeiten vermisse ich sehr..ob solche Dinger heute noch laufen würden ?

    Liebe Grüße !

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