R.I.P. Christian Burchard

Oft werden verstorbene Künstler in der Musik wie überhaupt in allen kulturellen Bereichen besonders betrauert, weil sie eine große Lücke hinterlassen, die in den meisten Fällen nicht zu schließen ist. So hat auch der Tod von Christian Burchard, Multiinstrumentalist, Komponist und Gründer der preisgekrönten Krautrock-Band “Embryo”, weltweit großes Bedauern ausgelöst.

Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass Christian Burchard “als Musiker sehr früh schon erkannt hat, dass sein wichtigstes Instrument nicht das Vibrafon, das Schlagzeug oder die Orgel ist, sondern das Gehör, das neugierig sämtliche Klangwelten in sich aufnahm …” (Der Schatten des Vaters, SZ 29. September 2016 ↑). Wenn man sich all die Platten von “Embryo” über die Jahre anhört, so wird diese besondere, innovative Integrationskraft Burchards schnell deutlich. Schon die erste Platte “Opal” von 1970 mit jazzigem Krautrock wurde eine Art Blaupase für viele Krautrock-Bands der 1970er Jahre. Durch die immerwährende Neugier auf andere Kulturen und andere Musiker entstand in recht kurzer Zeit eine Art “Weltmusik”, bevor dieser Begriff überhaupt geprägt wurde.

Embryo hatten 1971 einen ersten Radiohit mit dem Lied Tausendfüßler. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich der Stil der Band vom jazzigen Krautrock zu Weltmusik, wobei verschiedene Stile und Richtungen miteinander vereint wurden. Viele Embryo-Alben entstanden auf ausgedehnten Konzertreisen in andere Kontinente. Die Band ist dabei auch mit wichtigen Musikern der von ihnen bereisten Ländern wie Shoba Gurtu, T. A. S. Mani, R. A. Ramamani, Mahmoud Gania und Okay Temiz aufgetreten. Der Film Vagabunden Karawane von Werner Penzel (1980) berichtet über eine dieser Reisen, die von Deutschland bis nach Indien führte” (Embryo, Wikipedia ↑).

Die Band “Embryo” und ihr musikalisches Konzept werden auch in Zukunft fortbestehen. Christian Buchards Tochter Marja, die bereits 1997 mit 11 Jahren erstmals mit der Band musizierte, hat inzwischen die “Leitung” übernommen und wird die Embryo-Tradition fortführen, aber auch mit zukunftsweisenden, neuen Sounds wie Beatboxing das musikalische Konzept erweitern.

Wilfried

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