R.I.P. Phil May

Die Pretty Things hatten bereits 2018 ihre Abschiedstournee absolviert, weil es Sänger und Gründungsmitglied Phil May nicht gut ging. Gestorben ist er nun aber – mit gerade einmal 75 Jahren – an den Folgen eines Fahrradsturzes, der ihm eine Hüftoperation, Komplikationen und schließlich den Tod brachte. R.I.P. Phil May.

Mit hartem Rhythm&Blues, wilder Bühnenshow und extrem rüpelhaftem Verhalten wurden die Pretty Things zu einer der auffälligsten Bands der 1960er Jahre in England und weltweit. Dieses Image führte leider auch dazu, dass man ihre Musik, von ein paar kleineren Hits in den Sixties abgesehen, nicht wirklich ernst- oder gar wahrnahm. Mit dem Album “S. F. Sorrow” kreierten und veröffentlichten sie 1968 die erste Rockoper der Rockgeschichte, lange vor den Who, die dann mit “Tommy” sämtliche Lorbeeren einheimsten. Und es ging immer so weiter. “Parachute” (1970) oder “Silk Torpedo” (1974) etwa sind Meilensteine der Rockmusik – interessiert hat das ausser einigen DJs, die ausgewählte Songs daraus in den progressiven Diskos der Zeit spielten, jedoch niemand.

Die Rockgeschichte ist ja voller Rätsel dieser Art, wir werden sie wohl niemals aufklären können, aber Musikfreund*innen sollten die Gelegenheit wahrnehmen und mal wieder einige der immer guten Alben von den Pretty Things vorkramen und auflegen. Es lohnt sich! 🙂

Ein Streifzug durch die Sounds der Pretty Things von 1966 bis 1971:

1998 machten die Pretty Things noch einmal in größerem Maß durch die erstmalige vollständige Live-Aufführung ihres Meisterwerks “S. F. Sorrow” unter dem Titel “Ressurection” in den legendären Abbey Road Studios von sich reden. Mit Gästen wie Arthur Brown und David Gilmour wurde das Konzert im Internet übertragen und entwickelte sich dort zu einem wahren Geheimtipp für Insider:

Eine skurile Geschichte am Rande: da damit mehr Geld zu verdienen war als mit ihrem Dasein als “The Pretty Things”, nahm die Band von 1967 bis 1973 unter dem Namen “Electric Banana” mehrere Alben mit Filmsoundtracks im typischen Sound der Zeit auf:

Wilfried

Ein Gedanke zu „R.I.P. Phil May“

  1. Hallo Wilfried,
    kann ich voll und ganz bestätigen, dass diese Band leider viel zu selten erwähnt wird…

    Wenn auch der Anlass ein trauriger ist…ein Grund mehr deinen Rat zu befolgen und
    den Plattenspieler zu bedienen. Diese Musik lebt noch lange weiter…

    Munter und gesund bleiben, Heinz-Werner

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