Die Diskotheken-Ausstellung in Jever geht zu Ende!

Mit der Präsentation von Konzert-Plakaten der einstigen Diskothek Charts (Harkebrügge) von den ausgehenden 1970er bis Mitte der 90er Jahre in einer Online-Ausstellung ↑ auf den Internetseiten des Schlossmuseums Jever geht die Ausstellung „Break on through to the other side – Tanzschuppen, Musikclubs und Diskotheken in Weser-Ems“ ihrem Ende entgegen. Nach mehr als 13 Jahren Laufzeit, in der sie für die zuvor nicht existente kulturgeschichtliche Beschäftigung mit diesem Thema viel bewegt hat, wird sie am 30. Dezember 2020 geschlossen.

Es ist im deutschsprachigen Raum wohl ein einzigartiges Phänomen, dass eine Ausstellung zu so einer langwährenden und lebendigen sozialen und kulturellen Praxis geführt hat wie im Fall der Diskotheken-Ausstellung im Schlossmuseum Jever. Nach der offiziellen Laufzeit von 2007 bis 2012 (ursprünglich waren sogar nur acht Monate geplant) konnte die Ausstellung, die für viele Fans so etwas wie ein „Wallfahrtsort“ wurde, in veränderter Form als Teil der Dauerausstellung des Schlossmuseums weitergeführt werden.

Aus dem Zusammenhang der Ausstellung, zu der ein umfangreicher Katalog erschienen ist, haben sich zahlreiche Aktivitäten und Projekte entwickelt:

Es entstand der Film „Zu laut, zu dunkel, to düür“, in dem ehemalige DJs und Betreiber über die frühen Läden berichten, es kam zu einer ergänzenden Publikation zu den Beat-Bands der Region von Hans-Jürgen Klitsch: „Otto & die Beatle Jungs“, und 2009 zeigte das Museum eine zusätzliche Sonderausstellung zu wichtigen LPs der 1960er und 70er Jahre, begleitet von einer mittlerweile vergriffenen kleinen Publikation.

2009/10 gab es das Rockmusical „Meta“ der Niedersächsischen Landesbühne Nord ↑ (Stadttheater Wilhelmshaven) zu Meta Rogall (1935 – 1994) und ihrer bis heute bestehenden Kultdisko in Norddeich mit den zahllosen ausverkauften Aufführungen und dem Verweis im Programmheft: “Diese großartige Ausstellung … war die Initialzündung. Die Idee, ‘Meta’ auf die Bühne zu bringen, war geboren”. Vom Autor des Musicals, Peter Schanz, folgte ein Feature zur Disko und Person Meta, das sich auch auf die Ausstellung bezog und auf N3 und Radio Bremen gesendet wurde.

2010 starteten „Die Liste“ der Wattwerker (www.wattwerker.de ↑) mit ihren Sendungen auf Radio Ostfriesland zur Musik vor allem der progressiven Diskotheken sowie auf der Ems-Vechte-Welle die jährliche lange „Kult-Diskotheken Radionacht“ mit Stephan Glück (www.emsvechtewelle.de ↑), und Mitte 2012 lag die schöne Publikation „Music in another dimension” über den Wittmunder DJ und Diskotheken-Betreiber Rio de Luca vor.

Der große Erfolg der Ausstellung und das Wissen, dass Musik eine zentrale Rolle im Diskotheken- und Szeneleben spielt(e), führten zudem zu der Überlegung, DJ-Nights mit der Musik der damaligen Zeit und den beteiligten DJs zu organisieren. Diese Nächte 2008, 2009, 2012, 2014 und 2017 vor dem Jeverschen Schloss mit Tausenden Besuchern sind allen Teilnehmern in bleibender Erinnerung geblieben.

Die DJ-Nights und die Jahre der Ausstellung lassen sich anhand von vielen Fotogalerien und Videos auf diesem DJ-Night-Portal nachvollziehen, mit zahlreichen Infos, Berichten, Kommentaren zum Thema und musikalischen Beiträgen.

Über die genannten Projekte hinaus aber hat sich diese einzigartige Ausstellung vor allem auch dadurch ausgezeichnet, dass sich unzählige Leute aus der ganzen Region und weit darüber hinaus mit Leihgaben, ihren Informationen und selbst aktiv vor Ort beteiligt haben.

Online-Ausstellungsarchiv des Schlossmuseums Jever – “Break on through to the other side. Tanzschuppen, Musikclubs und Diskotheken im Weser-Ems-Gebiet in den 1960er, 70er und 80er Jahren“ mit zahlreichen Presse-Materialien:
https://www.schlossmuseum.de/ausstellungen/archiv/break-on-through-to-the-other-side/.

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