Norman Seeff. The Look of Sound

“Norman Seeff. The Look of Sound” war der Titel einer Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst Köln ↑ vom 13. September 2019 bis 8. März 2020. Sie bot einen tiefschürfenden Blick in die Bild- und Musikkultur der 1960er bis 1980er Jahre und zeigte auf, wie sehr die Geschichte der Rockmusik auch eine Geschichte der sie abbildenden Fotos und Fotograf*innen ist.

Der aus Südafrika stammende und in Los Angeles lebende Norman Seeff gehört zu den in Europa weniger bekannten und dennoch wichtigsten Fotografen in der Rockmusik. Sein Durchbruch als Fotograf gelang ihm bereits mit seinem ersten Auftrag für das Album „Stage Fright“ von „The Band“. Schon zwei Jahre später wurde er Artdirector von United Artists Records und dem Jazzlabel Blue Note. In seinen Fotosessions versuchte er stets, eine ganz besondere, geradezu private Atmosphäre zu schaffen. Ab 1975 ließ er die Fotoaufnahmen filmen und animierte die Fotografierten dabei, mehr oder weniger nebenbei zu erzählen, was Kreativität für sie bedeute.

Auf diese Weise sind ikonografische Aufnahmen von Musiker*innen wie z.B. Ray Charles, Patti Smith, The Rolling Stones, Frank Zappa, Miles Davis, Tina Turner und Johnny Cash entstanden, aber auch von Schauspieler*innen wie Jodie Foster und anderen “Persönlichkeiten” wie den Pop Art-Künstler Andy Warhol oder Apple-Mitbegründer Steve Jobs. Es sind oftmals Porträts von großer Eindringlichkeit und Lebendigkeit, die zweifellos unsere Wahrnehmung dieser Musiker*innen und unsere Erinnerung an sie in ganz besonderer Weise geprägt haben.

Der Ausstellungskatalog ist 2014 im Kehrer-Verlag erschienen und unter der ISBN 978-3-86828-532-1 2014 weiterhin erhältlich – es lohnt, sich mit ihm zu beschäftigen, auch wenn man die Ausstellung verpasst haben sollte.

Wilfried

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