Lou Reed Archiv eröffnet

“Celebrating Lou Reed (March 1942 – October 2013)” ist das Motto für ein neues, ab sofort der Öffentlichkeit zugängliches Archiv an der New York Public Library for the Performing Arts ↑.

Das Lou Reed Archiv ↑, das die “Library for the Performing Arts” 2017 erworben hat, umfasst etwa 300 Regalmeter Papieraufzeichnungen, elektronische Aufzeichnungen und Fotos sowie etwa 3.600 Audio- und 1.300 Videoaufnahmen. Das Archiv dokumentiert die Geschichte von Reeds Leben als Musiker, Komponist, Dichter, Schriftsteller, Fotograf und Tai-Chi-Schüler durch eigene umfangreiche Papiere, Fotos, Aufnahmen und andere Materialsammlungen. Das Archiv umfasst Reeds kreatives Leben – von seiner 1958er Freeport High School Band The Shades, seinem Job als Songwriter für das Musiklabel Pickwick Records und seinem Aufstieg durch The Velvet Underground und seiner anschließenden Solokarriere bis hin zu seinen letzten Auftritten 2013. Die Sammlung umfasst Studio-Notizen, Proofs, Master- und unveröffentlichte Aufnahmen, Geschäftspapiere, persönliche Korrespondenz, Plakatkunst, Fangeschenke, seltenes Druckmaterial und die umfangreiche Fotosammlung von Reed.

Das Herzstück des Archivs ist das gesammelte Material von “Sister Ray Enterprises”. Reed gründete SRE, um seine Touren und seinen Aufnahmekatalog in den eigenen Händen zu haben. Die Aufnahmesessions und das Marketing rund um seine Veröffentlichungen werden in Studio-Notizen, zugehörigen Session-Bändern, Plattenlabel-Korrespondenz, Testpressungen und Album-Cover-Notizen/Mock-ups/Matchprints ausführlich beschrieben. Reeds Geschichte als Live-Performer wird durch Fotos, Audio- und Videoaufnahmen, Poster, Flugblätter, umfangreiche Reiserouten, Vereinbarungen, Quittungen, Korrespondenz, Laminate und Pässe detailliert dargestellt. Vorhanden sind auch umfangreiche Beispiele für die US-amerikanische und internationale Presse – gesammelt in Ordnern und Sammelalben für Reeds Platten, Performances, Theaterwerke, Bücher und Fotoausstellungen.

Initiiert wurde die Veröffentlichung des Archivs von Lou Reeds Ehefrau Laurie Anderson ↑, die, obwohl sich Lou Reed ↑ selbst nie zum Verbleib seiner Materialsammlungen geäußert hatte, davon ausgeht, dass es wichtig sei, dieses Material anderen, jungen Musikern oder einfach an Reed interessierten Menschen zugänglich zu machen.

Ein so umfassendes Archiv mit Materialien rund um Leben und Werk eines Rockmusikers dürfte weltweit wohl einmalig sein. Leider ist das Archiv nur vor Ort katalogisiert und einsehbar. Wer sich also mit dem Lou Reed Archiv beschäftigen möchte, kommt um eine Reise nach New York nicht herum. Immerhin hat man so aber die Chance, eine der anlässlich der Eröffnung der Sammlung von der Bibliothek herausgebenen 6.000 limitierten Bibliothekskarten mit Mick Rocks ikonischem Bild von Reed zu erlangen, die ausschließlich an der Ausleihtheke der “Library for the Performing Arts” erhältlich sind …

R.I.P. Lou Reed:

Wilfried

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